Nachhaltiger Kosmetikkonsum


Nachhaltiger Konsum für unseren Planeten

Das Angebot an nachhaltiger Naturkosmetik wird von Jahr zu Jahr mehr und diese Entwicklung freut uns sehr! Es zeigt, dass immer mehr Konsumenten kritisch hinterfragen, was ihre Haut berühren darf und welche Rohstoffe verarbeitet werden.

Dennoch möchten wir dazu aufrufen vor jedem Kauf zu überlegen, ob es nicht eine umweltfreundlichere Lösung gibt. Aus diesem Grund haben wir für Dich die Pyramide des nachhaltigen Kosmetikkonsums entwickelt.


Pyramide des nachhaltigen Konsmetikkonsums

 

1. VERMEIDEN / REDUZIEREN

Viele unserer Verhaltensweisen sind von Gewohnheiten geprägt und wir hinterfragen sie nicht mehr. Gleiches gilt für die Verwendung bestimmter Kosmetikartikel. Hier geben wir Dir Beispiele, wie Du durch Vermeiden bzw. Reduzieren sowohl der Umwelt als auch Deinem Körper und Deinem Geldbeutel etwas Gutes tun kannst.

Beispiel: Duschgel

Der Griff zum Duschgel beim morgendlichen Duschen geht ganz automatisch, schließlich möchtest Du ja frisch und sauber in den neuen Tag starten. Durchschnittlich eine Plastik-Flasche Duschgel wird damit pro Monat verbraucht. Das ist nicht nur unglaublich viel Müll, sondern auch schlecht für Deine Haut. Die Hautoberfläche hat einen pH-Wert von 4,7 bis 5,5 wohingegend Seifenlösungen einen pH-Wert von 9-11 besitzen. Das Wasser hat einen neutralen pH-Wert von 7. Deine Haut ist also leicht alkalisch und bildet einen Säureschutzmantel gegen Keime, Pilze und Viren. Häufiges, warmes und zu langes Duschen trocknet die Haut aus. Seife entzieht der Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit.

Wir empfehlen Dir deshalb möglichst kurz und nie zu warm zu duschen sowie nicht jedes Mal eine Reinigung zu verwenden. Bei der Wahl der richtigen Körperreinigung solltest Du darauf achten, dass Du sie möglichst gering dosierst und sie wenig schäumt (dadurch wird weniger Fett von der Haut gelöst). Eine nachhaltige Lösung sind Olivenölseifen.

Beispiel: Nagellack

Für viele gehört es zum gepflegten Aussehen, dass die Finger- und Fußnägel lackiert sind. Oft werden sogar mehrere Lackschichten aufgetragen, um einen möglichst langen Halt zu erreichen.Hast Du Dir mal angeschaut, woraus Dein Nagellack und der Nagel-Polish besteht? Rote Nagellackfarbe wird oft mithilfe von Karmin hergestellt. Um dieses rote Pigment zu gewinnen, werden Schildläuse gequetscht (Achtung: Naturkosmetik ist nicht automatisch gleichzusetzen mit vegan!). In einigen Nagellackentfernern befindet sich Aceton, das zwar den Lack gut löst, allerdings auch die Nägel austrocknet und das Nagelbett schädigen kann. Deinen Nägeln und der Umwelt zu liebe solltest Du möglichst auf Nagellack verzichten oder zumindest immer wieder eine Pause einlegen.

 

2. AUFBRAUCHEN

Rabattaktionen oder gut beworbene Produkte verleiten uns gerne zu einem Impulskauf neuer Kosmetikprodukte. Zu Hause stellen wir dann fest, dass wir noch ein sehr ähnliches Produkt im Regal stehen haben. Aber jetzt steht der neue Artikel schon da und die Versuchung ist groß es direkt zu verwenden, bevor unsere alten Produkte aufgebraucht sind. So stauben die alten Kosmetika langsam im Regal ein und landern letztlich im Müll. Wie schade um die Ressourcen, die aufwendet wurden, um das Produkt einmal herzustellen. Das Prinzip gilt allerdings nicht für Kosmetik, die schlecht für Dich und die Umwelt ist. Bei der Umstellung auf Naturkosmetik werden zwangsläufig herkömmliche Kosmetikartikel in den Abfall wandern.

Beispiel: Dekoraktive Kosmetik

Gerade bei dekorativer Kosmetik sammelt sich schnell ein Körbchen von verschiedenen Pudern, Lippenstiften und Lidschatten an. Und genauso wie bei der Kleidung haben wir auch hier Lieblingsstücke, die zu 80 % der Zeit Einsatz finden. Wenn wieder einmal die Verlockung groß ist einen neuen Lippenstift zu kaufen, dann überlege Dir also genau, ob er wirklich viel Einsatz finden wird oder Du nicht bereits eine ausreichende Auswahl in Deinem Badezimmer hast.

 

3. SELBST MACHEN

Der Trend dazu Kosmetikprodukte selbst herzustellen, hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Immer mehr Konsumenten möchten genau wissen, was ihre Haut berührt und wie würde das besser gehen, als wenn die Kosmetik selbst angerührt ist? Zugebenermaßen eigenen sich nicht alle Produkte dazu, sie im Eigenversuch herzustellen. Gerade bei Gesichtspflegeprodukten ist darauf zu achten, dass sie unter hygenischen und keimfreien Bedingungen produziert werden. Außerdem werden darin oft eine besondere Zusammensetzung hochwertiger Pflanzenöle eingesetzt, die für die private Herstellung relativ teuer in der Anschaffung sind. Andere Pflegeprodukte eigenen sich dadurch wiederum besonders gut, sie selbst zu rühren. Probiere es aus, es macht Spaß!

Beispiel: Shampoo bzw. No-Poo

Ein Ersatz für die klassische Shampoo-Flasche kann Roggenmehl sein. Dafür werden ca. drei Esslöffel fein gemahlenes Roggenmehl (Empfehlung: Roggenmehl Type 1150 von Bohlsener Mühle bei Alnatura) mit etwas Wasser angerührt bis eine bereiige Masse entsteht. Diese kann noch mit Rosmarin-Aromaöl angereichert werden, damit es schöner durftet und die Durchbluttung an der Kopfhaut angeregt wird. Die Masse wird auf die nasse Kopfhaut einmassiert und anschließend gründlich ausgespült. Um der Shampoo-Alternative eine faire Chance zu geben, solltest Du es mindestens einen Monat lang durchziehen. Damit gibst Du Deiner Kopfhaut genug Zeit sich zu erholen und an die neue Pflegeroutine zu gewöhnen. Bereits nach einigen Wochen wirst du feststellen, dass sich Deine Haare kräftiger anfühlen und Deine Kopfhaut weniger schnell fettig ist. Nebenbei sparst Du der Natur unnötig Plastikmüll und Du schonst Deinen Geldbeutel. 

 

4. KAUFEN

Erst wenn die anderen drei Optionen nicht in Frage kommen, raten wir zum Kauf von Naturkosmetik. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Nicht jede Naturkosmetik ist zwangsläufig nachhaltig. Wir empfehlen Dir darauf zu achten, ob tierische Bestandteile verarbeitet sind, aus welchem Material die Verpackung ist, ob für die verwendeten Rohstoffe ggf. Regenwald geholzt wurde und welche Transportwege die Inhaltsstoffe zurückgelegt haben. Leider gibt es bislang kein einheitliches Verbrauchersiegel, das darüber Aufschluss geben würde.